Was ist eher
kontraproduktiv?



Die Super-Idee
Verkaufen können gehört zum Handwerkszeug eines Producers. Wer aber beim ersten persönlichen Austausch gleich das ganz große Rad dreht und – quasi aus dem Hut – die Super-Idee für den Film präsentiert, dokumentiert seine Überheblichkeit.

Geheimwissen
Manchen angeblichen Filmfachleuten gelingt es, hanebüchene Argumente als filmdramaturgisches Geheimwissen auszugeben. Beispielsweise die Behauptung, dass ein Film, um Erfolg zu haben, pro Minute eine bestimmte Anzahl von Filmschnitten haben müsse. Da wir nicht bereit waren, diesen Unsinn schriftlich zu garantieren; und auch unsere Versuche der Richtigstellung absolut erfolglos blieben, gaben wir uns geschlagen.

Problemlösungen
Nicht alles läuft glatt bei der Filmerei und ein Problem lässt sich nie nur auf eine Art lösen. Wer erklärt, etwas sei alternativlos „So macht man das eben…“ oder „Weil es eben nicht anders geht“, beweist keine Kompetenz, sondern nutzt billige Ausreden, weil das Know-how nicht ganz reicht.

Erfahrungs-Kompetenz
Wer sein Metier beherrscht, scheut sich in aller Regel nicht, sein Wissen an andere abzugeben. An Kunden und Kollegen. Im Gegenteil - den Fachmann graust es eher davor, dass unnütze Filme das Medium ‚Film‘ diskreditieren.

Einer für alles?
Natürlich kann ein Kameramann vielleicht auch als Cutter eine gute Figur machen, oder der Autor ist ein passabler Regisseur. Aber dass jemand von allem alles weiß und kann - das ist eher nicht der Fall. Film ist Teamwork - außer man hat es mit einem Jahrhundert-Genie zu tun.

Technik-Kompetenz
Ein Filmproduzent muss technisch auf der Höhe der Zeit sein – manche Effekte und Resultate sind nur dank moderner Technik umsetzbar. Aber: Technik ist nur Mittel zum Zweck. Wer immer nur über Technik spricht, setzt sich dem Verdacht aus, dass es mit seinem inhaltlichen oder dramaturgischen Können nicht weit her ist.

Gestaltungs-Kompetenz
Film bildet die Realität ab. Aber welche objektiv vorhandenen Informationen der Realität in welcher Form in Kamera, Tonaufnahmegerät und den Filmschnitt kommen, ist weitestgehend die Entscheidung der Macher. Man kann das Ergebnis eine neue Realität nennen, oder eine verdichtete Realität. Verstehen die Macher ihr Handwerk, werden die Zuschauer im Sinne der Zielsetzung beeinflusst – ihre Gedanken, Vorstellungen und Gefühle. Das Objektiv einer Kamera ist subjektiv.

Produzenten-Kompetenz
Wer versucht, seine Filmproduzenten-Risiken auf den Auftraggeber abzuwälzen, schadet damit der ganzen Branche. Denn wer einen Film in Auftrag gibt, den er erst abschließend beurteilen kann, wenn er fertig ist, erwartet von demjenigen, der sich "Filmproduzent" oder "Videoproduzent" nennt, zu Recht nicht nur ein mängelfreies Werk, sondern auch eine saubere Vertragsgestaltung ohne Haken und Ösen.

Drei
wichtige Vertrags-Punkte


1. Ein Filmherstellungsvertrag ist ein Werkvertrag. Beim Werkvertrag verpflichtet sich eine Partei ein Werk ohne Mängel herzustellen, also den Erfolg der Leistung zu garantieren. Die andere Partei verpflichtet sich das Werk abzunehmen und zu bezahlen.
Das Gegenstück ist der Dienstvertrag. Beispielsweise mit einem Rechtsanwalt. Er haftet NICHT für den Erfolg der Klage seines Mandanten vor Gericht.

2. Das Urheberecht steht IMMER dem Urheber zu und ist unveräußerlich. Übertragen werden Nutzungsrechte. Und diese Nutzungsrechte können einfach oder sehr umfänglich sein.

3. Die Persönlichkeitsrechte und die Urheberrechte sind immer Sache dessen, der das damit verbundene Nutzungsrecht auch besorgen kann. In aller Regel ist das bei einer Filmproduktion der Filmproduzent.
Mehr über unseren Quicklink "Allgemeiner Herstellungs-Vertrag"

Wem stehen die
Urheber-Rechte am Film zu?


Die folgenden Beispiele sind den frei im Internet zugänglichen AGBs von Film- und Videoproduktionen eins-zu-eins entnommen. Namen wurden durch Punkte ersetzt. Mag sein, dass manches schlicht dem Nichtwissen geschuldet ist. Aber Nichtwissen kann hier ziemlich teuer werden.

Urheberrecht
Insofern nichts Anderslautendes vereinbart wurde, verbleibt das Urheberecht an dem fertiggestellten Projekt und aus bearbeiteten Teilen daraus bei .... Die Videoproduktion macht diesbezüglich alle moralischen und rechtlichen Ansprüche … geltend.

Wow – Moral und Recht. Trotzdem falsch. Urheberrechte kann man nicht übertragen. Nur Nutzungsrechte. Und die sind überaus wichtig für den Auftraggeber.

Rechteeinräumung
…räumt die … dem Auftraggeber das ... Recht ein, die Produktion ... für die Dauer von 12 Monaten … zu nutzen.

Fragwürdig. Hier soll wohl mehrfach kassiert werden.

Rechte
.. ist berechtigt vom Kunden übermittelte Inhalte anonymisiert … zu verarbeiten und ggfs. in eigene oder fremde Produktionen einfließen zu lassen. Etwaig geschlossenen Verschwiegenheits- oder Geheimhaltungsvereinbarungen wird durch eine Anonymisierung vollständig Rechnung getragen.

In andere Produktionen "einfließen" lassen - da fehlen einem glatt die Worte!

Verbreitungsrecht
Der Auftraggeber erfüllt für die von ihm vorgenommene oder beauftragte Vervielfältigung und Verbreitung der Produktion alle anfallenden gesetzlichen oder vertraglichen Urheberechts-Verbindlichkeiten.

Falsch.
Dass der Film verbreitet werden kann, ohne damit Urheberrechte zu verletzen, dafür muss aus gutem Grund der Film-Produzent den Kopf hinhalten.

Der Film -
Werk oder Dienstleistung?


… erbringt seine Dienstleistungen ausschließlich nach den Wünschen, Angaben und Vorgaben des Kunden.

Vorsicht !!
Hier wird von Dienstleistung gesprochen, so wird aus einem Werkvertrag ein Dienstvertrag und damit alles, was schiefgeht, auf den Kunden abgewälzt.

Was tun, wenn der Film
mangelhaft ist?


Keine Mängel?
Als Mängel gelten nur technische Unzulänglichkeiten … Inhaltliche und gestalterische Beanstandungen … können nicht als Mangel geltend gemacht werden.

Eine ziemliche Dreistigkeit.
Die Qualität der Gestaltung hängt von den Leistungen der Filmproduktion ab.

Die Film Abnahme Teil 1
Eine Abnahme durch den Kunden stellt es auch dar, wenn der Kunde die Leistungen und/ oder Produkte von … oder Teile davon für Dritte zugänglich macht, es sei denn es liegt eine schriftliche Erlaubnis oder Genehmigung von … vor.

Eine hanebüchene Angstklausel
Natürlich kann ein Filmauftraggeber den Layout-Schnitt bspw. seinen Mitarbeitern zeigen, ohne dass das der Abnahme gleich kommt. Und dazu bedarf es auch keiner schriftlichen Genehmigung.

Die Film Abnahme Teil 2
a) Die Leistung ist abgenommen, sobald der Kunde den von … Filmproduktion vorgelegten Entwurf freigegeben hat. b) ..... c) Als Mängel gelten nur technische Unzulänglichkeiten in den von … Filmproduktion gelieferten Rohversionen, Korrekturstufen, Vorlagen, Dateien usw. Inhaltliche und gestalterische Beanstandungen muss der Kunde vor der Freigabe klären. Sie können nicht als Mangel geltend gemacht werden.

Ganz schön hinterhältig.
Ein Entwurf ist nun mal kein fertiger Film. Wer wüßte das besser, als eine Filmproduktion.